Kompost, Wasser und Zitrone – Die Biokohle

Sieht so das Rezept für den Energieträger der Zukunft aus? Forschern der FH Gießen-Friedberg ist es gelungen aus naturbelassenen Bioabfällen zusammen mit Wasser und Zitronensäure unter hohem Druck eine Primärenergieträger-fähige Biokohle herzustellen, die vom Brennwert zwischen den bekannten fossilen Brennstoffen Stein- und Braunkohle liegt.

Das Verfahren ist ein Art der hydrothermalen Carbonisierung und liefert aus einer Tonne Biomasse rund 700 Kg Biokohle. Die aufzubringende Energie ist dabei verschwindend gering gegenübe dem Nutzbrennwert.

Unschlagbare Vorteile der neuen Kohle sind, dass beim Verbrennen nur die Menge CO2 freigesetzt werden, die die Pflanzen zu Lebzeiten aufgenommen haben. Im Gegensatz zu Braun- und Steinkohle wird also kein zusätzliches, fossiles CO2  ausgestoßen, was die Biokohle klimaneutral macht. Weiterhin ist die Biokohle ein sehr guter Bodenaufwerter. Untergegraben auf Feldern verbessert sie die Speicherkapazität der Erde für Wasser und Nährstoffe enorm.

Was also bisher mit der braunen Biotonne zu Kompostieranlagen verfrachtet wurde, könnte in Zukunft klimafreundliche Energie liefern. Und hier rutscht ein weiterer Pluspunkt ins Blickfeld: Beim Kompostieren und Weiterverarbeiten zu Düngern entstehen die klimaschädlichen Gase Methan und Lachgas. Auch diese werden durch die „Bio-Verkohlung“ nicht gebildet.

Erstes Interesse hat bereits die Stadt Flensburg bekundet, die mit dem Ziel eine klimaneutrale Kommune zu werden, Unterstützung zugesichert hat.

Derzeit wird an einer Versuchsanlage in Kirtorf/Hessen geforscht.

Die aktuelle Diskussion zu diesem Thema finden Sie hier: http://www.energie-foren.de/energieforum/viewtopic.php?p=427#427
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Quellen:
FH Giessen -> Diplomarbeit zum Thema:
http://dok.bib.fh-giessen.de/opus/frontdoor.php?source_opus=3891

ZDF-Umwelt vom 31.01.2010:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/954792/ZDFumwelt-vom-31012010

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