Billige Atomkraft, teure Regenerativkraft: Nicht plausible Kosteneinschätzungen mit Systematik?

Szenarien der Europäischen Kommission zu den Kosten verschiedener Energieträger und derer Umwandlungstechnologien, bescheinigen der Atomkraft seit jeher niedrige Kosten. Erneuerbare Energien kommen weniger elegant davon und werden gern als verhältnismäßig „teuer“ dargestellt.

Steckt hinter der Rechnung etwa eine Systematik um mächtige Lobbyverbände zu besänftigen? Diese Frage stellte sich nun das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Ergebnisse der betreffenden Studien lassen den Schluss zu, dass in Brüssel die Kosten für Atomkraft deutlich unterschätzt und die der erneuerbaren Energien deutlich überschätzt werden.

DIW Experten kritisieren das europäische Grünbuch

Die Experten des DIW vermuten hinter dieser Kostenverschleierung eine Systematik der EU. Offensichtlich wird die Benachteiligung erneuerbarer Energien in der europäischen Klima – und Umweltpolitik auch im offiziellen Grünbuch der Kommission. Deutlich wird dagegen, dass die EU eine starke Fokussierung auf die Atomkraft, sowie die fossilen Energieträger legt, die sehr gern als Brückentechnologien gesehen werden und damit konsequent durch die Kommission „schön“ gerechnet würden, so die Experten des DIW.

Diese Einstellung ist laut Einschätzung des Instituts vorrangig historisch gewachsen und nur schwer aus den EU Zielen zu entfernen. Daher fordert das DIW eine Abkehr von dieser Vormachtstellung und eine stärkere Fokussierung auf erneuerbare Energien. Anspruchsvollere Ziele sind laut DIW durchaus realisierbar. So lässt sich durch aktuelle Zahlen belegen das vor allem in der Solar – und Windenergiebranche derartige Produktivitätsfortschritte zu verzeichnen waren und sind, dass die gesetzten Ziele für 2050 teilweise bereits erreicht oder übertroffen worden.

Atomstrom ist nicht so billig wie die EU vorgibt

Besonders die Kosten für Atomstrom rechnet die EU Kommission konsequent kleiner als sie sind. Die Experten kritisieren vor allem die begrenzte Sichtweise der Berechnungen aus Brüssel. So werden Kosten für Rückbau, Endlagerung und möglichen Havarien in den Modellen nicht berücksichtigt. Das finanzielle Risiko von Atomkraftwerken trage vor allem der Steuerzahler, so die DIW Experten.

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