Ausbau des Stromnetzes: Milliardenkosten für Endverbraucher erwartet

Der Zubau an Anlagen zur Erzeugung grünen Stroms ist das Eine, eine leistungsfähige Infrastruktur das Andere. Durch Fördermechanismen wie dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) verfügt Deutschland über vorerst genügend Erzeugungsanlagen für regenerative Energien, insbesondere Photovoltaik und Wind haben in den letzten Jahren einen Ausbauboom erfahren. Die Infrastruktur konnte diesem Tempo nicht schritthalten und heute fehlt ein leistungsfähiges Übertragungsnetz das zum Beispiel Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren kann. Einen parallelen Ausbau des Netzes mit den Anlagen sah das EEG nicht vor und nun sind die Anlagen da und das Netz nicht. Der Netzausbau drängt. Das hält die Bundesländer allerdings nicht davon ab Sonderwünsche zu fordern. Insbesondere die Beharrlichkeit Bayerns könnte den Endkunden nun Milliarden kosten.

Zusatzkosten in Milliardenhöhe

Wie entlastet man die Bundesländer, durch welche der Großteil der neuen Übertragungstrassen führen wird? Diese Frage wurde im Laufe des Sommers vehement diskutiert, insbesondere Bayern plädierte mit aller Macht für unterirdische Stromtrassen, insbesondere beim Gleichstromnetz. Letztlich beschloss die Koalition einen Vorrang von Erdkabeln. Nicht nur, dass die bis dahin für überirdische Netze ausgelegten Pläne neu geschrieben werden müssen, der unterirdische Bau von Stromleitungen ist auch als solches schon teurer. Nun gab das Bundeswirtschaftsministerium bekannt, dass die Zusatzkosten für die Erdkabel zwischen drei und acht Milliarden Euro liegen werden. Die Mehrkosten sollen auf die Endverbraucher mittels der Netzentgelte umgelegt werden.

Gleichzeitig Einsparungen durch raschen Ausbau

Die Übertragungsnetzbetreiber gehen allerdings davon aus, dass zumindest ein Teil der höheren Kosten durch einen raschen Ausbau kompensiert werden können. Durch ein geeignetes Übertragungsnetz können sowohl Fluktuationen der Wind- und Solarenergie ausgeglichen werden und zudem kann der Strom dahin geleitet werden, wo er auch gebraucht wird. Momentan gehen große Mengen an Energie verloren, da sie nicht effizient verteilt werden können. Teils werden Stromüberschüsse, beispielsweise während sehr sonniger Perioden, zu Negativpreisen ins Ausland geleitet um die Netzstabilität zu gewährleisten. Die führt zu hohen Kosten für die Energiewirtschaft, die nicht selten über den Strompreis an den Verbraucher abgewälzt werden. Der im Sommer beschlossene Ausbauplan der Koalitionsspitze soll noch die Jahr in die Wege geleitet werden. Die Übertragungsnetzbetreiber üben bereits einen erheblichen Druck aus, denn die Gefahr von flächendeckenden Stromausfällen kann nur durch ein leistungsfähigeres Netz dauerhaft gemindert werden.

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