Auf Kriegsfuß: Süddeutschland und die Windenergie

Die Faustregel hört sich einfach an. Windkraftanlagen sind nur rentabel, wenn ausreichend Windstärke vorherrscht. Dieses einfache Prinzip kann allerdings auch sehr schnell zum Aus für neue Windparks werden, denn die Rentabilität einer Windenergieanlage erhöht sich nicht linear zur Windgeschwindigkeit sondern zur dritten Potenz.

Dass heißt, dass bereits Windgeschwindigkeitseinbußen von einem Meter pro Sekunde ganze Projekte scheitern lassen können. Genau dieses Szenario hat sich nun in Süddeutschland, genauer Baden-Württemberg, ereignet. 50 Kilometer südlich von Freiburg, in Wiesental, sollte eigentlich ein neuer Windpark entstehen.

Ende September kam allerdings die Ernüchterung, die Windgeschwindigkeiten in der Region reichen nicht aus um die Rentabilität des Projektes zu sichern und das obwohl der Windatlas optimale Bedingungen ausweist.

Wie genau ist der Windatlas?

Der Windatlas ist ein wichtiges Instrument für die Projektplanung von Windenergieanlagen. Der Atlas wird von den Ländern bereitgestellt und liefert Informationen über die optimalen Standorte von Windkraftanlagen. Salopp gesagt, weist er aus an welchen Stellen der Wind weht.

Jüngst lässt sich allerdings ein Fehlertrend beobachten. Vor allem die Werte, welche der Windatlas für Süddeutschland ausweist weichen wiederholt von den tatsächlichen Windgeschwindigkeiten ab. Experten vermuten daher, dass der Windatlas an vielen Stellen falsch sei. Doch woran liegt dieser systematische Fehler? Weht in Süddeutschland mittlerweile weniger Wind als noch vor ein paar Jahren?

Frustration bei den Gemeinden

Für die Gemeinden ist die Lösung dieser Fragen enorm wichtig. Denn viele investieren Millionen Euro in unrentable Projekte weil man sich auf die Werte im Windatlas bezieht. Beim Bundesverband Windenergie weist man daher darauf hin, dass die Gemeinden die Lage an den zukünftigen Standorten der Anlagen noch einmal genau prüfen und sich nicht auf den Atlas allein verlassen sollten.

Der Windatlas ist lediglich ein Anhaltspunkt, so der Verband. Das abgeblasene Projekt in Wiesental hätte so schon vorher gestoppt werden können, da es weithin bekannt ist, dass im Tal weniger Wind weht als auf dem Berg, so die Vertreter des Bundesverbands Windenergie.

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Autor: Peter Baumeister

Der Autor Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Elektroinstallationen verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.

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