Atomausstieg der Schweiz

Nicht nur Deutschland plant den Ausstieg aus der Atomkraft, auch in unserem Nachbarland, der Schweiz, steht ein Wechsel in der Energiepolitik bevor. Der Wirtschaft scheint dies jedoch eher weniger zu gefallen, denn kürzlich hat der Wirtschaftsverband Economiesuisse für einen kleinen Skandal gesorgt, als der Dachverband der Wirtschaft, geleitet von Banken und hohen Tieren aus der Pharmabranche, bekannt gab, der Atomausstieg werde dem Land 25 Prozent an Wirtschaftsleistung kosten. Mit massiven Wachstumseinbußen und einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit sei zu rechnen.

Nun stellt sich aber heraus, dass Economiesuisse, die mit der Prüfung der Auswirkungen der Energiewende auf die Wirtschaft beauftragt worden war, Statistiken aus dem Jahr 2000 als Datenmaterial hernahm, um ein solch verzerrtes Bild der derzeitigen Situation darzustellen. Die Lage ist eindeutig: der Wirtschaftsverband wollte das Modell des Atomausstiegs aus Sicht der Konzerne und Banken darstellen.

Umweltorganisationen und Atomgegner sind geschockt. Doch da immer deutlicher wird, wie falsch die Voraussagen von Economiesuisse waren, dürften die Angaben nichts Negatives gegen die geplante Energiewende ausrichten.

Energieexperten zeigen sich fassungslos, was die falschen Angaben des Wirtschaftsverbandes angeht und können sich nicht vorstellen, wie Economiesuisse ein solches Szenario in die Welt setzen und so ihre Glaubwürdigkeit in punkto Energiepolitik derartig in Frage stellen konnte. Und das vor einem Hintergrund, der noch nicht einmal so sehr feststeht wie beispielsweise in Deutschland.

Während hierzulande der Atomausstieg schon für 2022 geplant ist, sieht es in der Schweiz noch ein wenig schwammiger aus. Genau geplant, bis wann die letzten Atomkraftwerke ausgeschaltet werden, ist nämlich noch gar nichts. Man peilt dafür aber grob das Jahr 2035 an. Doch selbst diese Annahmen waren wohl für die Wirtschaft schon zu viel, so dass sie sich zum Handeln gezwungen sahen.

Dies ist nun gründlich nach hinten losgegangen. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr zeigt nämlich, dass die Energiewende nur einen Wohlstandsverlust von 0,1 bis 0,4 Prozent bringen würde.

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