Atomkraftgegner formieren sich – Antiatomkraftbewegung ist populär wie nie

Antiatomdemo Berlin – So viele Teilnehmer wie noch nie

Glaubt man den Zahlen des Veranstalters, so sollen letzten Samstag in Berlin knapp 100.000 Menschen gegen die Atomkraft protestiert haben. Das wären so viele wie nie zuvor auf einer einzelnen deutschen Demonstration. Angesichts dieser Zahlen stellt sich die berechtigte Frage, wie die Regierung zu der festen Überzeugung kommt, die Bevölkerung unterstütze ihre Atompolitik.

Wer hat sich an der Antiatomkraftbewegung beteiligt?

Nie zuvor stand die Antiatomkraftbewegung so hoch im Kurs wie jetzt. Aber wer sind die Demonstranten auf der Straße und wie lässt sich dieser plötzliche zweite Frühling der Atomkraftdemos erklären? Schaut man sich die Demonstrierenden auf der Straße an, so fällt auf, dass da tatsächlich ein breiter Mix aus alteingesessenen Atomkraftgegner, Mitgliedern von Naturschutzverbänden, Gewerkschaftlern und engagierten Jugendlichen auf der Straße ist. Passend zu dem Massenprotest avancieren die Grünen in Berlin zur Volkspartei und haben erstmals die Möglichkeit mit der Kandidatin Renate Künast die neue Bürgermeisterin zu stellen.

Unterschätzt die Regierung die Antiatomkraftbewegung?

Die Medien thematisieren die beschlossenen Laufzeitverlängerungen der Regierung immer wieder und rücken auch die Proteste in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. War es seit dem von rot-grün geplanten Atomausstieg ruhig geworden im Lager der Antiatom-Aktivisten, stehen diese jetzt im Mittelpunkt wie nie zuvor. Klar, dass es sich bei all dem Wirbel auch die Opposition nicht nehmen lässt kräftig bei den Protesten mitzuwirken. So waren bei der Demonstration in Berlin Spitzenpolitiker aller großen Oppositionsparteien vertreten. Für die SPD marschierten Sigmar Gabriel und Andrea Nahles, die Grünen schickten Jürgen Trittin, Claudia Roth und Renate Künast und die Linke war mit Gesine Lötzsch und Gregor Gysi vertreten.
Es scheint fast so als unterschätze die Regierung die Antiatombewegung. Die Atomfrage könnte ein politisches Pulverfass sein, das mit Aussitzen nicht zu entschärfen ist.

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