Altmaier trifft sich zur Diskussion über Gorleben mit Atomgegnern

Die Suche nach einem deutschen Endlager für hochradioaktiven Atommüll wird noch lange kein Ende finden. Die jahrelange Erforschung des Salzstocks Gorleben als einzig in Frage kommendes Endlager wird von Atomgegnern schon seit langer Zeit als falsch eingeschlagene Richtung der Bundesregierung bezeichnet.

Nun sprach Bundesumweltminister Altmaier zum ersten Mal im Wendland mit Atomkraftgegnern über die Suche nach einem geeigneten Endlager. Vor zwei Jahren hatte Altmaiers Vorgänger Röttgen sich ebenfalls zu einem ähnlichen Gespräch herabgelassen. Im Gegensatz zu ihm wurde der aktuelle Umweltminister jedoch in Lüchow sogar mit Beifall begrüßt. 

In seiner Haltung gegenüber Gorleben lässt sich der Bundesumweltminister jedoch trotzdem nicht umstimmen. Ihm sei besonders wichtig, dass sich ein parteiübergreifender und gesellschaftlicher Konsens finden lasse. Auch die Bürgerbeteiligung spiele eine große Rolle, und zwar nicht nur am Anfang, nicht nur am Ende, sondern die ganze Zeit über, betonte Altmaier.

Von den niedersächsischen Spitzenkandidaten von SPD und Grünen, Stephan Weil und Stefan Wenzel, war zuvor das endgültige Aus für den möglichen Standort eines Endlagers für hochradioaktiven Müll in Gorleben gefordert worden. Unterstützt wird die Forderung von zahlreichen Atomkraftgegnern. Altmaier machte jedoch klar, dass er es für komplett falsch halte, schon zum jetzigen Zeitpunkt mit Vorfestlegungen zu arbeiten.

Es müsse weiterhin eine transparente Suche stattfinden, die auch alle Bundesländer und wesentlichen Parteien umfasse. Nachdem Altmaier im November einen Erkundungsstopp für Gorleben bis nach der Bundestagswahl angeordnet hatte, war bei Atomkraftgegnern der Region schon die Hoffnung aufgeflammt, der Salzstock würde nie wieder ins Gespräch kommen.

Dies hängt wohl davon ab, welche Partei im Herbst an die Macht kommen wird. Vertreter der Bürgerinitiativen rund um Gorleben und verschiedenen Umweltorganisationen hoffen aber zumindest darauf, dass sich die neue Landesregierung für einen Gesetzesentwurf ausspricht, der das endgültige Aus für Gorleben bedeuten wird.

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